Honigwein – was ist Met und wie kann man ihn selber machen?
Honigwein ist ein vergorenes Getränk, bei dem Honig den größten Teil des vergärbaren Zuckers liefert. Das Getränk wird meistens als Met bezeichnet und kann leicht, trocken und frisch oder süß, vollmundig und stark sein. Durch unterschiedliche Mengen Honig, verschiedene Hefen und weitere Zutaten lassen sich zahlreiche Arten von Honigwein herstellen.
Für die Herstellung von Honigwein durch Heimbrauen werden nur wenige Zutaten benötigt. Wichtig sind jedoch eine sorgfältige Hygiene, Geduld und die richtige Ausrüstung. In diesem Ratgeber erklären wir, was Honigwein ist, wie er schmeckt und wie du etwa 5 Liter davon zu Hause herstellen kannst.
Was ist Honigwein?
Honigwein ist ein alkoholisches Getränk, das hergestellt wird, indem Honig mit Wasser vermischt und mithilfe von Hefe vergoren wird. Während der Gärung wandelt die Hefe den Zucker im Honig in Alkohol und Kohlendioxid um.
Die gebräuchlichste Bezeichnung für dieses Getränk ist Met. Der Begriff Honigwein beschreibt das Getränk auf verständliche Weise, obwohl es sich technisch gesehen nicht um einen traditionellen Wein aus Weintrauben handelt. Das Herstellungsverfahren weist jedoch viele Gemeinsamkeiten mit der Weinherstellung auf.
Honigwein kann in vielen unterschiedlichen Stilrichtungen hergestellt werden:
- Trockener Honigwein: Ein großer Teil des Zuckers wurde vergoren, sodass das Getränk weniger süß schmeckt
- Halbsüßer Honigwein: Besitzt eine deutliche, aber ausgewogene Restsüße
- Süßer Honigwein: Hat einen volleren Honigcharakter und eine stärkere Restsüße
- Starker Honigwein: Wird mit mehr Honig und einer Hefe hergestellt, die einen höheren Alkoholgehalt verträgt
- Aromatisierter Honigwein: Kann beispielsweise Früchte, Beeren, Gewürze, Kräuter oder Eichenholz enthalten

Wie schmeckt Honigwein?
Der Geschmack hängt von der verwendeten Honigsorte, der Honigmenge, der eingesetzten Hefe und der Lagerdauer ab. Fertiger Honigwein muss nicht zwangsläufig süß sein. Wenn die Hefe fast den gesamten Zucker vergärt, kann das Ergebnis relativ trocken ausfallen.
Die Honigsorte hat einen großen Einfluss auf das Endergebnis. Ein heller und milder Honig ergibt normalerweise einen leichteren Charakter, während ein dunkler oder besonders aromatischer Honig für einen kräftigeren und komplexeren Honigwein sorgen kann.
Typische Geschmacksnoten sind:
- Blumiger Honig
- Trockenfrüchte und Rosinen
- Karamell und Vanille
- Kräuter und Gewürze
- Frische oder weinähnliche Säure
- Eichenholz und weiche Tannine nach der Lagerung
Ein junger Honigwein kann alkoholisch, scharf oder unausgewogen schmecken. Durch eine längere Lagerung werden die Aromen normalerweise weicher und harmonischer.
Welcher Honig eignet sich für Honigwein?
Der Honig ist der wichtigste Geschmacksträger des Rezepts. Verwende am besten eine Honigsorte, die dir bereits pur gut schmeckt. Ein milder deutscher Blütenhonig ist eine gute Wahl für den ersten selbst gemachten Honigwein.
Heller Blütenhonig
Ergibt normalerweise einen hellen und relativ milden Honigwein. Er eignet sich gut für Anfänger sowie für Rezepte, die zusätzlich mit Früchten oder Beeren aromatisiert werden.
Dunkler und kräftiger Honig
Kann ein vollmundigeres Getränk mit Noten von Karamell, Malz und Trockenfrüchten ergeben. Der ausgeprägte Geschmack passt häufig gut zu einem stärkeren Honigwein.
Sortenreiner Honig
Honig von beispielsweise Linden, Heide oder Raps kann dem Getränk einen deutlichen eigenen Charakter verleihen. Der Geschmack kann zwischen Ernten und Imkereien variieren.
Ausrüstung für selbst gemachten Honigwein
Du brauchst keine komplizierte Brauanlage, um mit der Herstellung zu beginnen. Für einen Ansatz von etwa 5 Litern eignet sich folgende Ausrüstung:
- Gärbehälter mit einem Fassungsvermögen von mindestens 5 Litern und ausreichend freiem Raum über der Flüssigkeit
- Gärspund mit einem passenden Gummistopfen oder Deckel
- Hydrometer und Messzylinder
- Thermometer
- Desinfizierter Rührlöffel
- Abfüllheber oder Abfüllschlauch
- Ein zweiter sauberer Gärbehälter zum Umfüllen
- Flaschen und geeignete Verschlüsse
- Reinigungs- und Desinfektionsmittel
Ein komplettes Starterset für Met ist eine einfache Lösung, wenn du noch keine passende Ausrüstung besitzt.
Honigwein-Rezept – etwa 5 Liter
Dieses Rezept ergibt ungefähr 5 Liter Honigwein. Die Honigmenge kann an die gewünschte Stärke und Süße sowie an die verwendete Hefe angepasst werden.
Zutaten
- 1,5–2,2 kg Honig – etwa 1,7 kg sind ein geeigneter Ausgangspunkt
- 1–1,5 Gramm Hefe – ungefähr ein Viertel einer kleinen Hefepackung
- Enzyme: Etwa ein Viertel der Packung oder 1–2 ml bei einem flüssigen Produkt
- Hefenährstoff: Nach der Dosierungsanleitung des Produkts für 5 Liter
- Etwa 200 Gramm Rosinen
- Wasser oder Apfelsaft, sodass das Gesamtvolumen ungefähr 5 Liter beträgt
- Optionale Zutaten: Beispielsweise Beeren, Saft, Hopfen oder Eichenholzchips
Honigwein Schritt für Schritt selber machen

Schritt 1: Ausrüstung reinigen und desinfizieren
Reinige zunächst die gesamte Ausrüstung. Desinfiziere anschließend alle Gegenstände, die mit dem Getränk in Berührung kommen. Dazu gehören unter anderem Gärbehälter, Deckel, Gärspund, Thermometer, Hydrometer und Rührlöffel.
Wenn du VWP verwendest, solltest du die Dosierungsanleitung auf der Verpackung beachten und die Ausrüstung anschließend gründlich abspülen. Für das letzte Abspülen eignet sich abgekochtes und abgekühltes Wasser.
Schritt 2: Wasser oder Saft mit Honig vermischen
Erhitze etwa 1 Liter Wasser oder Apfelsaft. Nimm den Topf vom Herd und lasse die Flüssigkeit auf höchstens 38 °C abkühlen, bevor du den Honig einrührst. Rühre so lange, bis sich der Honig vollständig aufgelöst hat.
Wenn der Honig gekocht wird, können einige seiner feinen Aromen verloren gehen. Eine Temperatur von höchstens 38 °C hilft dabei, mehr vom natürlichen Honigcharakter zu erhalten.
Schritt 3: Rosinen vorbereiten
Lege die Rosinen in kochendes Wasser. Gib anschließend die Rosinen und die Flüssigkeit in den gereinigten und desinfizierten Gärbehälter.
Schritt 4: Auf 5 Liter auffüllen
Gib die Honigmischung in den Gärbehälter. Fülle kaltes Wasser nach, bis das Gesamtvolumen ungefähr 5 Liter beträgt. Lasse oben im Behälter ausreichend Platz, damit der bei der aktiven Gärung entstehende Schaum nicht in den Gärspund gelangt.
Schritt 5: Enzyme hinzufügen
Prüfe, ob die Temperatur etwa 38 °C oder der auf der Enzymverpackung angegebenen Temperatur entspricht. Füge die Enzyme hinzu und lasse sie ungefähr 30 Minuten wirken.
Schritt 6: Ausgangswert messen
Nachdem die Flüssigkeit gründlich vermischt wurde, kannst du mit einem Hydrometer eine Probe messen. Notiere den Wert als Stammwürze beziehungsweise Ausgangsdichte, auch OG genannt. Damit kannst du den Gärverlauf verfolgen und später den ungefähren Alkoholgehalt berechnen.
Schritt 7: Hefenährstoff und Hefe hinzufügen
Lasse die Mischung auf 20–25 °C oder auf den für die Hefe angegebenen Temperaturbereich abkühlen. Füge den Hefenährstoff hinzu und streue die Hefe auf die Oberfläche der Flüssigkeit. Beachte die Herstelleranleitung, falls die Hefe vor der Verwendung rehydriert werden muss.
Schritt 8: Honigwein gären lassen
Verschließe den Behälter mit dem Deckel und einem halb gefüllten Gärspund. Stelle den Behälter dunkel und bei einer möglichst gleichmäßigen Temperatur auf. Das Rezept geht von einer ersten Gärphase von ungefähr drei Monaten aus. Die tatsächliche Dauer kann jedoch abhängig von Hefe, Temperatur und Honigmenge variieren.
Beurteile die Gärung nicht ausschließlich anhand der Blasen im Gärspund. Miss stattdessen mit einem Hydrometer. Die Gärung kann normalerweise als beendet angesehen werden, wenn der Messwert bei mindestens zwei Messungen im Abstand von einigen Tagen unverändert bleibt.
Schritt 9: Honigwein umfüllen
Wenn die aktive Gärung abgeschlossen ist, wird das Getränk vorsichtig mit einem Abfüllheber in einen neuen desinfizierten Behälter umgefüllt. Versuche, den Hefesatz im ersten Behälter zurückzulassen, und vermeide Spritzer, da Sauerstoff Geschmack und Haltbarkeit beeinträchtigen kann.
Lasse den Honigwein im neuen Behälter klären und reifen. Das Rezept empfiehlt dafür einen Zeitraum von ungefähr sechs Monaten.
Schritt 10: Abfüllen und lagern
Wenn der Honigwein klar und stabil ist und nicht mehr gärt, kann er in saubere und desinfizierte Flaschen gefüllt werden. Verschließe die Flaschen und lagere sie dunkel und kühl.
Das Rezept empfiehlt eine Flaschenreifung von mindestens sechs Monaten vor der ersten Verkostung. Ein kräftiger Honigwein kann sich über einen wesentlich längeren Zeitraum weiterentwickeln.
Wie stark wird selbst gemachter Honigwein?
Der Alkoholgehalt hängt hauptsächlich von der Honigmenge, der Alkoholtoleranz der Hefe und dem Vergärungsgrad ab. Mehr Honig ermöglicht einen höheren Alkoholgehalt, allerdings nur, wenn die Hefe den Zucker in der konzentrierten Mischung vergären kann.
Die zuverlässigste Möglichkeit zur Schätzung des Alkoholgehalts besteht darin, die Dichte vor und nach der Gärung mit einem Hydrometer zu messen.
Eine häufig verwendete Näherungsformel lautet:
Alkoholgehalt in Volumenprozent ≈ (OG − FG) × 131,25
Wenn der Ausgangswert 1,100 und der Endwert 1,020 beträgt, liegt der geschätzte Alkoholgehalt bei ungefähr 10,5 %. Die Formel liefert lediglich einen Näherungswert und ersetzt keine Labormessung.
So kannst du deinen Honigwein aromatisieren
Honigwein lässt sich auf viele verschiedene Arten aromatisieren. Beginne am besten mit kleinen Mengen und notiere, welche Zutaten du hinzufügst. So kannst du den nächsten Ansatz leichter anpassen.
Früchte und Beeren
Himbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, schwarze Johannisbeeren und Äpfel können Geschmack, Farbe und Säure beitragen. Die Früchte können abhängig vom gewünschten Ergebnis während der ersten Gärung oder nach dem Umfüllen hinzugefügt werden.
Gewürze und Kräuter
Zimt, Ingwer, Wacholderbeeren und unterschiedliche Kräuter können dem Honigwein einen würzigeren Charakter verleihen. Die Aromen können schnell intensiv werden, weshalb nur kleine Mengen verwendet werden sollten.
Hopfen
Eine kleine Menge Hopfen kann Bitterkeit und Aroma beitragen und dadurch die Süße des Honigs ausgleichen.
Eichenholzchips
Eichenholzchips können Noten von Vanille, Holz und Gewürzen verleihen. Beachte die empfohlene Dosierung und probiere das Getränk während der Lagerung regelmäßig.
Wie wird Honigwein süß oder trocken?
Nicht nur die Honigmenge entscheidet darüber, wie süß das Getränk wird. Wenn die Hefe den gesamten verfügbaren Zucker vergären kann, kann selbst ein Ansatz mit viel Honig relativ trocken werden.
Das Ergebnis wird unter anderem durch folgende Faktoren beeinflusst:
- Das Verhältnis von Honig zu Wasser
- Die Alkoholtoleranz der verwendeten Hefe
- Die Fähigkeit der Hefe, den Zucker vollständig zu vergären
- Die Temperatur und die Versorgung mit Hefenährstoffen
- Eine mögliche Nachsüßung nach abgeschlossener und stabilisierter Gärung
Wenn du den Honigwein nachsüßen möchtest, muss die Gärung vollständig abgeschlossen und das Getränk fachgerecht stabilisiert sein. Andernfalls kann der zusätzlich hinzugefügte Honig eine erneute Gärung auslösen und Überdruck in den Flaschen verursachen.
Häufige Fehler bei der Herstellung von Honigwein
Unzureichende Reinigung und Desinfektion
Honigwein hat häufig eine lange Gär- und Lagerzeit. Eine sorgfältige Hygiene ist deshalb besonders wichtig, um Infektionen und unerwünschte Geschmacksnoten zu vermeiden.
Zu viel Honig zu Beginn
Eine sehr zuckerreiche Mischung kann der Hefe den Start erschweren. Passe die Honigmenge an das Rezept und die verwendete Hefe an.
Zu wenig Hefenährstoff
Honig enthält viel Zucker, aber nur wenige der Nährstoffe, die Hefe benötigt. Die richtige Menge Hefenährstoff trägt zu einer gleichmäßigeren Gärung bei.
Falsche Gärtemperatur
Eine zu hohe Temperatur kann starke Fehlaromen erzeugen. Bei einer zu niedrigen Temperatur kann die Gärung langsam verlaufen oder vollständig zum Stillstand kommen. Beachte immer den empfohlenen Temperaturbereich der verwendeten Hefe.
Abfüllen nach dem Kalender
Die Gärung ist nicht automatisch nach einer bestimmten Anzahl von Wochen oder Monaten abgeschlossen. Prüfe vor dem Abfüllen immer, ob der Hydrometerwert stabil geblieben ist.
Zu frühes Probieren
Junge und starke Honigweine können scharf schmecken. Durch die Lagerung erhalten Alkohol und Honigaromen Zeit, sich miteinander zu verbinden.
FAQ – häufige Fragen zu Honigwein
Ist Honigwein dasselbe wie Met?
Ja. Honigwein und Met sind zwei Bezeichnungen für ein vergorenes Getränk, bei dem Honig die wichtigste Quelle des vergärbaren Zuckers ist.
Ist Honigwein immer süß?
Nein. Honigwein kann abhängig vom Rezept, der Hefe und der nach der Gärung verbleibenden Zuckermenge trocken, halbsüß oder süß sein.
Wie lange dauert die Herstellung von Honigwein?
Die Gärung kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Das Rezept in diesem Ratgeber sieht ungefähr drei Monate für die erste Gärung, etwa sechs Monate für die Klärung und Reifung sowie mindestens sechs Monate Flaschenlagerung vor.
Wie viel Honig braucht man für 5 Liter Honigwein?
Das Rezept verwendet 1,5–2,2 kg Honig. Etwa 1,7 kg sind ein guter Ausgangspunkt. Größere Mengen sollten mit einer geeigneten Hefe kombiniert werden, die eine höhere Alkoholtoleranz besitzt.
Welche Hefe eignet sich für Honigwein?
Für Honigwein können Weinhefe, spezielle Methefe und bestimmte Starkweinhefen verwendet werden. Wähle die Hefe passend zum gewünschten Geschmack, zur Süße und zum Alkoholgehalt und beachte die Herstelleranleitung.
Warum wird Hefenährstoff benötigt?
Honig enthält nicht genügend von allen Nährstoffen, die Hefe benötigt. Hefenährstoff hilft der Hefe, gleichmäßiger zu arbeiten, und reduziert das Risiko einer langsamen oder stockenden Gärung.
Woher weiß ich, dass der Honigwein fertig vergoren ist?
Miss die Dichte mit einem Hydrometer. Wenn der Wert bei mindestens zwei Messungen im Abstand von einigen Tagen unverändert bleibt, ist die Gärung normalerweise abgeschlossen. Blasen im Gärspund sind allein kein zuverlässiger Maßstab.
Kann man Honigwein aromatisieren?
Ja. Häufig verwendete Zutaten sind Früchte, Beeren, Gewürze, Kräuter, Hopfen und Eichenholzchips. Beginne mit kleinen Mengen, da sich der Geschmack während der Lagerung weiterentwickeln kann.
Zusammenfassung
Honigwein, auch Met genannt, ist ein vergorenes Getränk, das hauptsächlich aus Honig und Wasser hergestellt wird. Mit der richtigen Hefe, Hefenährstoffen und Ausrüstung kannst du problemlos deinen eigenen Ansatz zu Hause beginnen.
Besonders wichtig sind eine sorgfältige Hygiene, die Kontrolle der Temperatur, die Überwachung der Gärung mit einem Hydrometer und ausreichend Zeit. Durch eine langsame Reifung kann sich ein junger und kräftiger Honigwein zu einem weichen und aromatischen Getränk entwickeln.
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